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Anekdötchen

Anekdötchen

aus: Virneburger Dorfgeschichte(n) - © 2004 Heimatverein Virneburg, Mathilde Lang

In der Bibelstunde fragte der Lehrer den „Meisse Peter”: „Wie sagte der Kranke zu Jesus: Herr wenn Du willst...” Meisse Peter überlegte und wusste nicht recht, was er sagen sollte. Da hörte er die Stimme des „Kosepittesch Karl”: „...kannst Du mich rein machen”. Doch der Peter hatte es nicht richtig verstanden und sagte: „Herr wenn Du willst, kannst Du mich heiraten”

Ein andermal war der Schulrat zu Besuch in der Schule. Er fragte „Mechels Hermann”, der im ersten Schuljahr war, „Na‚ was hat das Schweinchen denn hinten?”. Der Lehrer wollte dem Kleinen helfen und drehte mit der Hand Kreise in der Luft, um ihm zu zeigen, wie ein Schweineschwänzchen aussieht. Der kleine Knirps stand auf und sagte: „Das Schweinchen hat hinten ein rundes Löchelchen”

Einmal hatten die Jungen im Schulklo die Wand bepinkelt und bespritzt. Darauf fragte der Lehrer nach dem Schuldigen. „Lenchen Schmitt” war die Antwort. Der Lehrer schüttelte den Kopf und sagte: „Lenchen Schmitt kommt nicht so hoch”. Diesen Ausspruch benutzt man auch heute noch, wenn man an irgendetwas nicht heran kommt, weil es zu hoch ist.

In der Schulbank saß ein Junge hinter einem Mädchen mit langen Zöpfen. Die Zöpfe hatten es ihm angetan. Er nahm sein Tintenfässchen aus der Öffnung, das in seinem Pult war, zog die Zöpfe des Mädchens ganz vorsichtig durch das Loch und verknüpfte sie mit seinem Lineal. Als der Lehrer merkte, dass da etwas nicht stimmte, rief er das Mädchen auf. Mit dem
Aufstehen klappte es aber nicht, weil die Zöpfe nicht mitwollten.

Die folgende wahre Geschichte ist aus dem Jahre 1927.
Ein Junge kam von „Klickerspielen”, dem Murmelspiel, und wollte nach Hause gehen. Sein Klickersäckchen hatte er um den Hals gehängt. Er wartete darauf, dass das Postauto kam. Zu der Zeit war die Post im Hause Buchem und hier hielt auch der Postbus an. Die Jungen machten sich einen Spaß daraus, auf die Stoßstange zu klettern und bis zum Dorf hinaus mitzufahren. So machte es der Junge auch an diesem Tag. Aber als er abspringen wollte, hatte sich sein Klickersäckchen am Bus festgehangen und der Kopf war in der Schlinge. Er zerrte und zerrte, aber er bekam es nicht los. Er rutschte schon auf den Knien, als ihn seine Kräfte verließen und der Kopf zu Boden ging. Das war sein Glück, denn dadurch kam der Kopf aus der Schlinge. Mit zerrissener Hose und zerschundenen Knien und Händen kam er nach Hause, wo er eine Tracht Prügel bezog. Das Schlimmste für ihn war aber der Verlust seines Klickersäckchens. Am anderen Tag wartete der Junge wieder auf das Postauto. Und was sah er, als der Bus anhielt? Sein Klickersack hing immer noch daran. Seine Freude
war groß, dass er seine schönen Klicker wieder hatte. Doch Mitfahren wollte er nicht mehr.